Von Puppenräubern und Strauchdieben
Garten spannend wie ein Krimi

Hornisse

Biologische Vielfalt geht alle an. Wer seinen Garten mit allerlei Getier teilt, tut etwas für die Natur und sich selbst. Die Teilnehmerinnen des Lehrgangs "Qualifizierung in der Hauswirtschaft" informierten sich bei einem Vortrag im Dezember 2018 in Schweinfurt darüber, was es zu beachten gilt.

Referentin Brigitte Goss, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege in Schweinfurt, plädierte, den Garten mit allerlei Getier zu teilen. "Zulassen, tolerieren und deshalb mal genauer hinsehen", empfiehlt sie jedem Gartenbesitzer.
Wer leistet im Garten was
Bienen und gerade die Wildbienen sind laut Brigitte Goss die besten Bestäuber. Ein Hornissenvolk vertilge fünfmal so viel Insekten wie ein Meisenvolk. Oder winzige Schlupfwespen, die als Parasiten auf Kosten der Blattläuse leben. Puppenräuber seien schillernd glänzende Laufkäfer, die Raupen, wie Eichenprozessionsspinner bekämpfen. Strauchdiebe seien Raubfliegen, die Holzstecken und Blütenpflanzen als Ansitze nutzen.
Marienkäfer
Viele Tiere, gerade Insekten sind nach Aussage der Referentin als unerkannte Gegenspieler der Schadinsekten in unseren Gärten unterwegs. Alle hätten eine Funktion im Ökosystem, ob als Pflanzenfresser, Samenverbreiter, Bestäuber, Nahrung oder als Jäger. Gar manche der rund 33.000 Insektenarten in Deutschland würden als lästig und unangenehm empfunden. Doch ihre Anwesenheit in ihrer Menge und Vielfalt sei Grundlage eines stabilen und vielfältigen Ökosystems. Entscheidend sei eine giftfreie und strukturreiche Bewirtschaftung der Gartenflächen.
Lebensräume können einfach zur Verfügung gestellt werden:
Den Garten nicht restlos aufräumen, Totholz, Stein- oder Laubhaufen bieten Insekten (genauso wie Igel und Co.) Rückzugsmöglichkeiten. Doldenblüten wie Fenchel. Dill, wilde Möhre sind wichtige Nahrungsquellen. Wer keinen Platz für eine Wildbienenwiese hat, kann trotzdem etwas tun. Auch auf kleinen Flächen oder in Blumenkästen angebaute Heil- und Gewürzkräuter sind beliebt. Fachmännisch bebaute Insektenhotels bieten Wohnraum.
Frau Goss lud alle ein, genau hinzuschauen und zu beobachten: es geht um Aussaugen, Fressen und gefressen werden – und das ist spannender als ein Krimi.

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