Unser Wald
Steigerwald und Hassberge – die Mischwaldregion

Die Wälder waren Bannwald der fränkischen Könige, bevor sie um das Jahr 1000 als Lehen in die Hände geistlicher und weltlicher Herrscher kamen. Diese verwalteten die Gebiete, nutzten sie zur Jagd oder setzten sogar selbst wieder Lehnsmänner ein, die ihnen bestimmte Leistungen erbringen mussten.
Holzverkauf durch das Kloster Ebrach
Dazu gehörten auch die Zisterziensermönche, die nach Rodungsarbeiten das Kloster Ebrach im Jahr 1127 n.Chr. gründeten. Dieses entwickelte sich zu einem geistigen und wirtschaftlichen Zentrum für den dortigen Raum, das den Anstoß zu weiteren Klosterneugründungen gab. Nach der Besiedelung der ehemals geschlossenen Waldgebiete hatte die Holznutzung im Vergleich zur Waldweide und vor allem der Jagd zunächst geringere Bedeutung.
Grund war die Vorliebe der Äbte für die Jagd. Im 16. Jahrhundert aber verschlechterte sich die Lage des Klosters Ebrach, so dass die Mönche ihre finanziellen Schwierigkeiten durch den Verkauf von Holz aus dem bis dahin geschonten Wald zu beheben versuchten. Durch das „Spargelstechen“ gut verkäuflicher Baumstämme wurde der Wald immer mehr in Mitleidenschaft gezogen. Verbesserungen gab es erst, als eine geordnete Forstaufsicht mit immer genaueren Anweisungen für Pflege und geregelte Bewirtschaftung des Waldes sorgte.
Glasbrenner und Köhler benötigen Holz
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entwickelt sich eine heimische Holzindustrie: im Umkreis der Ortschaften siedelten sich Glasbrenner an. Muldenmacher kauften starke Buchenstämme und fertigten daraus Kornschaufeln. Köhler lieferten Holzkohle an die Fürstbischöfe in Würzburg und Rebpfähle nahmen ihren Weg in die Weinanbaugebiete.
Mittelwaldbetrieb im Steigerwald
Man erkannte den Wert und das Potenzial des Waldes und führte im 18. Jahrhundert den Mittelwaldbetrieb ein. Dies sicherte den Erhalt des Laubmischwaldes im Bereich des Steigerwaldes. Im 19. Jahrhundert schließlich begann die planmäßige Umwandlung der Mittelwälder in Hochwälder, wie wir sie heute vorfinden.
Ärmere Böden in den Haßbergen
Die Haßberge dagegen sind auch in unserer Zeit noch stärker von Kiefern- und Fichtenwäldern geprägt, da hier die ungeregelte Holzentnahme im 16. und 17. Jahrhundert ein besonders großes Ausmaß angenommen hatte. Die Böden waren zusätzlich durch den Eintrieb von Vieh in die seinerzeitigen Buchen- und Eichenwälder verarmt, so dass in der Folge nur noch die anspruchsloseren Nadelbaumarten gedeihen konnten.
Große landschaftliche Vielfalt
Für den heutigen Besucher kennzeichnet eine große landschaftliche Vielfalt den Steigerwald und die Haßberge. Großflächige Buchenwälder, Kiefern-Mischwälder und Eichen-Hainbuchenwälder werden durchzogen von weiten Talauen und kleinen Bachtälchen. Streuobstwiesen, Hecken und Weiher schließen sich oft am Waldrand an. Geologische Besonderheiten wie Sand- und Gipshügel lassen Trockenrasen entstehen. Sie alle bieten viele Lebensräume für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.
Weinbauregion Maintal
Bereits in Urkunden des 8. Jahrhunderts ist der Weinbau in dieser Gegend erwähnt. Die Rebflächen zogen sich zu manchen Zeiten bis weit in den heutigen Wald hinein. Die Weinberge prägen auch in unserer Zeit die Hänge des südlichen Steigerwalds und des Maintals und tragen zur Beliebtheit des Gebietes bei vielen Wanderern bei.