Waldschutz
Unfallverhütung auf Sturmflächen

Sturmholz im Landkreis Schweinfurt

Umgestürzte Stämme stehen unter starker Spannung

Jedes mal müssen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aufs Neue überlegen, wie das angefallene Sturmholz rasch und unfallfrei aufgearbeitet werden kann. Und das ist zwingend erforderlich, denn nur wer sich Gedanken macht über Unfallverhütung, Borkenkäfer und Co., kann sicher im Wald arbeiten, Unfällen und Folgeschäden vorbeugen.

Die Gefahr die von entwurzelten und gebrochenen Bäumen ausgeht ist nicht zu unterschätzen. Mengenmäßig hält sich der Schaden oft in Grenzen da überwiegend Einzelbäume und seltener kleinere Gruppen vom Sturm geworfen wurden. Doch gerade das birgt Tücken. Das weit verteilte Sturmholz freut den Borkenkäfer und ist häufig besonders schwer aufzuarbeiten.

Unfallverhütung auf Sturmflächen - Windwürfe sicher aufarbeiten

Die Aufarbeitung von Sturmholz zählt zu den gefährlichsten Arbeiten im Wald. Umgestürzte Stämme stehen nicht selten unter starker Spannung; die Gefahr herabfallender Äste ist höher als sonst.
Solche Situationen sind auch für Profis schwer einzuschätzen. Die Arbeit nach dem Sturm sollte deshalb im Zweifel lieber Fachleuten überlassen werden. Nichts wäre schlimmer als ein Unfall aufgrund einer Fehleinschätzung der durch den Windwurf häufig vorhandenen Spannungen im Stamm.
Tipps für Waldbesitzer: Richtiger Umgang mit Sturmholz
Nehmen Sie Rat und Hilfe von Profis in Anspruch.
Die Mitarbeiter der ÄELF und FZus beraten Sie gerne.
Erfahrene Waldarbeiter und Forstunternehmer unterstützen Sie bei der Aufarbeitung.
Lassen Sie Sturmholz auf geeigneten Flächen von Profis und durch modernen Forstmaschinen aufarbeiten.

Wer trotzdem einige Arbeiten selbst übernimmt, sollte bedenken:

  • Besuchen Sie einen Motorsägenkurs bevor Sie selbst mit der Motorsäge im Wald arbeiten.
  • Arbeiten Sie keinesfalls alleine im Wald.
  • Tragen Sie ein Handy bei sich und überprüfen Sie vor Arbeitsbeginn den Empfang.
  • Tragen Sie eine vollständige persönliche Schutzausrüstung für die Waldarbeit.
  • Beachten Sie die Unfallverhütungsvorschriften.

Borkenkäfer - Gefahr von Massenvermehrungen

Nach schweren Stürmen finden Borkenkäfer hervorragende Bedingungen vor. Großflächiger Befall durch den Käfer lässt sich nur durch rasches Aufarbeiten des Sturmholzes verhindern.
Die Häufung von Einzelwürfen gegenüber großen Windwurfflächen stellt zudem ein Problem dar. Die Schäden sind zwar mengenmäßig eher gering, jedoch weit über die Waldflächen verteilt. Die Aufarbeitung ist dadurch erschwert. Je mehr Bäume aber liegen bleiben desto wahrscheinlicher ist, dass der Käfer diese als Brutbäume nutzt und von dort aus auch auf gesunde Fichten übergreift.

Tipps für Waldbesitzer: Borkenkäfer auf Sturmflächen

  • Einzelwürfe vor Flächenwürfen aufarbeiten.
  • Gebrochene und angeschobene Bäume mit fällen - sie sind meist geschwächt und locken Borkenkäfer an.
  • Aufgearbeitetes Käferholz entrinden und Kronenmaterial zerkleinern oder den gesamten Baum aus dem Wald verbringen (Sicherheitsabstand mindestens 500 Meter).
  • Flächen nach erfolgter Aufarbeitung regelmäßig auf frischen Käferbefall stehender Bäume kontrollieren.
Hilfe bekommen Waldbesitzer beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt oder beispielsweise bei den Forstlichen Zusammenschlüssen oder Unternehmern.

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt
Cuspinianstr. 9
97422 Schweinfurt
Tel.: 09721 8087-203
Fax: 09721 8087-2050
E-Mail: poststelle@aelf-sw.bayern.de

Weitere Informationen zur Arbeitssicherheit im Wald