Wichtige Information für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer
Bekämpfung des Schwammspinners

Ausgewachsene Schwammspinner-Raupe beim Fressen

Ausgewachsene Schwammspinner-Raupe beim Fressen

Die Schwammspinner haben sich im Hitze- und Trockenjahr 2018 in unseren Eichenwäldern weiter deutlich vermehrt.

Die intensive Eigelege-Prognose des Schwammspinners hat örtlich Dichten ergeben, die Kahlfraß durch die bereits schlüpfenden Schmetterlingsraupen erwarten lassen. Zum Schutz besonders gefährdeter Eichenwälder ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geplant.

Die Maßnahme beginnt Anfang Mai 2019.

Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick, in welchen Waldgebieten ein Pflanzenschutzmitteleinsatz geplant ist.

Behandlungsflächen 2019 im Landkreis Schweinfurt

Gemeinde
GemarkungWaldgebiet *
BergrheinfeldBergrheinfeldsüdwestlich Bergrheinfeld (Plötziger Holz)
DonnersdorfPusselsheim
südwestlich Pusselsheim
Röthlein
Heidenfeld
östlich Heidenfeld
Euerbach
Euerbach
nördlich an Euerbach angrenzend
Euerbach
Obbach
nordwestlich Obbach (Altholz)
Euerbach
Sömmersdorf
südwestlich Sömmersdorf (Bauernschlag)
Gochsheim
Gochsheim
südöstlich Gochsheim
Grettstadt
Dürrfeld
südlich und südöstlich Dürrfeld 2 Teilflächen
Grettstadt
Grettstadt
nördlich, südwestlich und südöstlich Grettstadt 4 Teilflächen
Grettstadt
Untereuerheim
südwestlich Untereuerheim (südl. A 70)
Kolitzheim
Gernach
nordwestlich Gernach
Kolitzheim
Gernach
südlich Lindach 2 Teilflächen
Lülsfeld
Schallfeld
nördlich Schallfeld
Poppenhausen
Poppenhausen
südwestlich Poppenhausen
Schwanfeld
Schwanfeld
südöstlich Schwanfeld
Stadtlauringen
Wettringen
westlich Wettringen
Waigolshausen
Theilheim
östlich Theilheim 2 Teilflächen
Wasserlosen
Rütschenhausen
nordöstlich Rütschenhausen
Wasserlosen
Wasserlosen
östlich Wasserlosen
Werneck
Ettleben
nördlich Ettleben an A 70
Werneck
Eßleben
nordöstlich Eßleben (zwischen B 19 und Eisenbahn)
Werneck
Vasbühl
östlich Vasbühl
Werneck
Zeuzleben
nördlich Zeuzleben 2 Teilflächen
  *i. d. R. wird nur eine Teilfläche des Waldgebietes behandelt

Behandlungsflächen 2019 im Landkreis Haßberge

GemeindeGemarkungWaldgebiet *
AidhausenKerbfeldnördlich und nordöstlich
AidhausenHappertshausennördlich
GädheimOttendorfnördlich und nordöstlich
GädheimGreßhausennördlich und nordöstlich
Hofheim i. Ufr.Rügheimnordwestlich
Hofheim i. Ufr.Reckertshausennördlich
WonfurtWonfurtnordöstlich
Zeil a. MainKrumnordöstlich und südöstlich
  * i. d. R. wird nur eine Teilfläche des Waldgebietes behandelt

Warnhinweise

Sperrschild
Nach der Behandlung mit Pflanzenschutzmittel sind die Waldflächen mit diesem Schild und rot/weißem Sperrband für 48 Stunden gesperrt.
Hinweisschild
Im Zeitraum von drei Wochen dürfen auf den behandelten Waldflächen keine zum Verzehr bestimmten Pilze, Kräuter und Früchte gesammelt werden.

Schutz unserer Wälder vor Schädlingen

Kahlfraß an EichenkroneZoombild vorhanden

Kahlfraß an einer Eichenkrone

Neben einer immer rasanter voranschreitender Klimaerwärmung ist auch eine zunehmende Häufigkeit großflächiger Schadereignisse durch tierische Schädlinge in unseren Wäldern festzustellen.
Ein solcher Schädlingsbefall zum Beispiel durch rindenbrütende Borkenkäfer an Fichte oder durch Schmetterlingsraupen in Eichenwäldern kann für den einzelnen Waldbesitzer eine existenzielle Bedrohung darstellen.
Sterben alte Eichen auf größere Fläche ab, ist das auch ein großer Verlust für das gesamte Ökosystem.
Dabei ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die letzte Möglichkeit, einen solchen Schaden abzuwenden. Im Vergleich zu früheren Kalamitäten ist aktuell die Zahl der zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmittel sehr gering. Gerade bei der Ausbringung aus Luftfahrzeugen sind die gesetzlichen Hürden sehr hoch.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Waldbesitzer aufgepaßt!

Bekämpfungseinsatz Gegen SchwammspinnerZoombild vorhanden

Einsatz mit Luftfahrzeug

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald wird nach dem Grundsatz: "So wenig wie möglich" durchgeführt. Beflogen sollen nur die Gebiete werden, die sehr hohe Schwammspinnerdichten erwarten lassen.
Dabei werden die betroffenen Waldgebiete aber nicht vollflächig überflogen: Grundsätzlich bleibt ein 25 Meter breiter Streifen entlang der ökologisch wertvollen Waldränder unbehandelt.
Weiter werden beispielsweise alle uns bekannten Flächen mit Vorkommen geschützter Arten ausgespart.
Dazu kommen dann auch noch Auflagen aus den Ausbringungsvorschriften der jeweilen Pflanzenschutzmittel, wie z. B. Abstandsflächen zu Feuchtbiotopen und Wasserflächen.
Was bedeutet das für Waldbesitzer in der Region?
Nachdem nicht die gesamte Fläche, auf der der Schwammspinner derzeit in höheren Dichten vorkommt, behandelt wird, ist es wichtig, dass jeder Waldbesitzer seine Wälder das ganze Jahr gründlich beobachtet.
Sollte bei Kontrollen stärkerer Kahlfraß auffallen, nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem örtlich zuständigen, staatlichen Revierleiter auf.
Für alle Fragen zum Schwammspinner wenden Sie sich bitte auch an Ihr zuständiges Forstrevier.

Der Schwammspinner

Steckbrief Schwammspinner
Die Männchen des Schwammspinners sind relativ unscheinbar grau gefärbt, mit dunklen Zackenlinien auf den Flügeln. Im Gegensatz zu den deutlich größeren und sehr hell gefärbten Weibchen sind diese recht flugaktiv.
Während des in der Zeit von Juli bis August stattfindenden Falterflugs findet bereits die erste Prognose zur Entwicklung der Population statt. Hierbei werden in Duftstofffallen die darin gefangenen Falter gezählt. Liegt die Zahl der gefangenen Falter pro Falle über 2.000 Stück, ist die Warnschwelle überschritten. Mit dem Aufbau einer Massenvermehrung muss gerechnet werden.
Bis zu 1.000 Eier pro Gelege
Nach dem Falterflug legen die kaum flugaktiven Weibchen Gelege mit durchschnittlich 300 bis 600 Eier, im Einzelfall sogar bis 1.000 Eier an.
Die Gelege werden von den Weibchen an Bäumen abgelegt und mit gelbbrauner bis brauner Afterwolle abgedeckt.
Diese schwammartig aussehenden Gelege waren für diese Schmetterlingsart auch namensgebend.
"Kleine Raupe Nimmersatt"
Im April schlüpfen die Räupchen und beginnen an den frisch austreibenden Knospen zu fressen.
Nach mehrmaliger Häutung können die dann fingerdicken Raupen am Ende ihrer Entwicklung bis zu 7,5 cm lang werden.
Dabei fressen die Raupen bis in den Juni hinein sehr verschwenderisch und können, wenn die von ihnen bevorzugten Eichen kahlgefressen sind, auf andere Laubbaumarten und letztendlich sogar auf Nadelbäume wie Lärche und Kiefer ausweichen.
Über ihre Entwicklung verbraucht jede Raupe rund einen Quadratmeter Blattfläche.
Schwammspinnerweibchen bei Eiablage

Eiablage

Nahaufnahme Eigelege mit gut erkennbarer Afterwolle

Eigelege

Braune Flecken an Rinde

Zahlreiche Eigelege

Frisch geschlüpfte Räupchen noch auf Eigelege

Räupchen

Weitere Schädlinge an der Eiche

Schädlinge in Eichenwäldern
Unsere heimischen Eichenwälder zeichnen sich durch eine große Artenvielfalt aus.
In manchen Jahren gehören dazu einige Schädlinge wie zum Beispiel Eichenwickler, verschiedene Frostspannerarten, der Eichenprozessionsspinner und der Schwammspinner.
Wenn dann auch noch der Eichenmehltau und der Eichenprachtkäfer dazu kommen, wird es für die Eichen eng.
Prozession der Eichenprozessionsspinner-Raupen auf vermooster EichenrindeZoombild vorhanden

Eichenprozessionsspinner-Raupen

Bitte nicht Schwammspinner und Eichenprozessionsspinner verwechseln!
Auch der Eichenprozessionsspinner kann bei Massenvermehrungen der Eiche sehr schaden. - Das öffentliche Interesse liegt dabei aber stärker auf den gesundheitlichen Schäden, die ein Waldbesucher beim Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners davontragen kann. Die Raupen besitzen mehrere hunderttausend Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten, das asthmatische Beschwerden, Hautentzündungen, Schwindel, Übelkeit, Fieber etc. auslösen kann, wenn man damit in Berührung kommt. Selbst nach Jahren können von den Brennhaaren in alten Gespinnsten und Häutungsresten solche Symtome ausgelöst werden.

LWF-Merkblatt Nr. 15 - Eichenprozessionsspinner Externer Link

Frostspanner-Raupe auf Blatt

Frostspanner

Nahaufnahme der Eichenspinnerprozessionsspinner-Raupe

Eichenprozessionsspinner

Starker Mehltaubefall an junge Eichenpflanze

Mehltau an Eiche

Ansprechpartner

Stephan Thierfelder
Cuspinianstr. 9, 97422 Schweinfurt
Tel.: 09721 8087-203
Fax: 09721 8087-2050
E-Mail: poststelle@aelf-sw.bayern.de

Jürgen Hahn
Cuspinianstr. 9, 97422 Schweinfurt
Tel.: 09721 8087-203
Fax: 09721 8087-2050
E-Mail: poststelle@aelf-sw.bayern.de