Eichenschadgesellschaft
Schadgeschehen der letzten Jahre und aktuelle Situation

Ansammlung vieler haariger Raupen.

Schwammspinnernest

Im warm-trockenen Bereich der Fränkischen Platte können sich Schmetterlingsarten der sog. „Eichenfraßgesellschaft“, die von den klimatischen Bedingungen und den lichten Bestandsstrukturen der Eichenwälder profitieren, massenhaft vermehren. Neben dem Eichenwickler und den Frostspannerarten zählen hierzu auch der Schwammspinner und der Eichenprozessionsspinner.

Insbesondere in den lichtdurchfluteten, wärmegeprägten reinen Eichenbeständen, in denen die kühlende Wirkung von Schattlaubhölzern fehlt, finden diese Arten ideale Lebensbedingungen. In diesem Zusammenhang tritt als Folgeschädling an geschwächten Eichen häufig der Eichenprachtkäfer auf.
Im Mai 2010 wurde auf der südlichen Fränkischen Platte ein akutes Absterben von Alteichen ab einem Alter von 80 Jahren beobachtet. Vom Schaden betroffen waren ca. 2.000 ha Hoch- und Mittelwälder. Die Eichen starben einzelbaum- bis gruppenweise ab. Der Schadumfang im Jahr 2010 wurde von den Waldbesitzern mit 6.000 fm angegeben.
Ursache war die Kombination von Fraßschäden durch Schmetterlingsraupen und anschließendem Eichen-Mehltaubefall im Jahr 2009, was die Widerstandskraft vieler Eichen überforderte. Insbesondere auf ungünstigen Standorten und bei fehlender genetischer Vielfalt starben Eichen vermehrt ab.
In stark gefährdeten Eichenwäldern wurden 2010 und 2011 Pflanzenschutzmittel gegen die Massenvermehrung des Schwamm- und Eichenprozessionsspinners ausgebracht. Beide Schmetterlingsarten befinden sich derzeit in der „Latenzphase“, das heißt, sie kommen momentan nur in geringer Dichte vor. In den letzten 25 Jahren fanden drei Massenvermehrungen auf der Fränkischen Platte statt.