Nach Trockenschäden auch noch Buchdrucker und Kupferstecher
Massenvermehrung rindenbrütender Borkenkäfer im vollen Gang

Absterbende Fichten

Foto: J. Hahn

Nach der extremen Trockenheit des Jahres 2018 und den damit verbundenen massiven Trockenschäden im Wald, hauptsächlich an Nadelholz und im speziellen an Fichte, gesellen sich nun auch zwei altbekannte Schädlinge dazu.

Es sind die rindenbrütenden Borkenkäferarten Kupferstecher und Buchdrucker die den stark geschwächten Fichten gänzlich den Garaus machen.
Nun gilt es als Waldbesitzer sehr achtsam zu sein um einer starken Massenvermehrung dieser Waldschädlinge Einhalt zu gebieten.
Gefährliche Kombination: Trockenheit, Buchdrucker und Kupferstecher
Obwohl der Buchdrucker, der hauptsächlich den stärkeren Stammbereich befällt, in den vergangenen Jahren in unserer Region der gefährlichere Schädling war tritt er in diesem Jahr häufig in Kombination mit dem Kupferstecher auf. Nicht selten sind durch Trockenheit vorgeschädigte Fichten sogar zuerst vom Kupferstecher befallen.
Schadbild
Da dieser neben Fichten-Naturverjüngungen und Kulturen in Altbeständen schwächere Stammabschnitte und Äste (meist unter 8 - 10 cm Stärke) als Brutraum nutzt, sieht das Schadbild häufig folgendermaßen aus: Die Kronenspitze bzw. die Nadeln im oberen Drittel der Fichtenkrone sind rot verfärbt während der untere Kronenbereich noch grün erscheint.
Kompletteinschlag geschädigter Flächen
Durch die Kombination reiner Trockenschäden und Schäden durch Kupferstecher und Buchdrucker auf ein und derselben Fläche, ist die sonst übliche Suche nach braunem Bohrmehl und Spechtabschlägen der Rinde keine große Hilfe für die Koordination der Aufarbeitung. Geschädigte Flächen müssen komplett eingeschlagen werden.
Dringende Aufarbeitung und finanzielle Förderung
Für betroffene Waldbesitzer bleibt jetzt ein Zeitraum bis Mitte/Ende Februar 2019 um geschädigte bzw. bereits abgestorbene Fichten aufzuarbeiten. Dabei ist sehr stark auf eine saubere Waldwirtschaft zu achten, was bedeutet, dass beispielsweise sämtliches bruttaugliches Material aus dem Wald entfernt wird.
Dabei besteht derzeit die Möglichkeit eine "Insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung" finanziell fördern zu lassen.
Auch 2019 Gefahr der Massenvermehrung
Sollte das Jahr 2019 seitens der Witterung ähnlich verlaufen wie dieses Jahr, muss bereits im März 2019 mit der ersten Schwärmwelle der Borkenkäfer gerechnet werden. Wenn zu diesem Zeitpunkt noch zahlreiche befallene, geschwächte oder vorgeschädigte Fichten im Bestand stehen können sich beide Arten so stark weiter vermehren, dass spätestens ab Jahresmitte mit Schäden auch an den letzten verbliebenen gesunden Fichten zu rechnen ist.

Informationsveranstaltungen

Um Sie als Waldbesitzer umfassend zu informieren bietet das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt gemeinsam mit der Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge w.V. Informationsveranstaltungen an.

Ansprechpartner

Jürgen Hahn
AELF Schweinfurt
Cuspinianstr. 9
97422 Schweinfurt
Telefon: 09721 8087-2045
Fax: 09721 8087-2050
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