Düngeverordnung
Rote, Weiße, Grüne Gebiete

Karte rote Gebiete

Seit 1. Dezember 2018 gilt die sogenannte Ausführungsverordnung (AVDüV) der novellierten Düngeverordnung. Diese regelt Zusatzanforderungen, um Gewässer vor Verunreinigungen mit Nitrat oder Phosphat zu schützen. Ganz Bayern wird gemarkungsscharf in Grüne, Weiße und Rote Gebiete unterteilt.

Eine Kulisse der Roten, Weißen und Grünen Gebiete wird im iBALIS (rechtzeitig zur KULAP Antragstellung) hinterlegt. Im FNN wird bei jedem nitratgefährdeten Feldstück der entsprechende Hinweis (ähnlich Erosionsgefährdung) ergänzt.
Dies ermöglicht dem Landwirt einen schnellen Überblick, auf welchen Feldstücken zusätzliche Auflagen einzuhalten sind. Des Weiteren wird auf Grundlage der aktuellen Feldstücke auch der prozentuale Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) am Grünen Gebiet angezeigt.

Informationen

Rote Gebiete

Rote Gebiete liegen laut AVDüV im Einzugsbereich von Grundwassermessstellen, in denen der Nitratgehalt mehr als 37,5 mg Nitrat/l mit steigender Tendenz oder mehr als 50 mg Nitrat/l aufweist.
Liegen meine Feldstücke im Roten Gebiet?
Gehen Sie im iBALIS zum Kartenviewer Agrar, auf Funktion "Suche nach Gemarkung" und klicken Sie dann Ebenenauswahl "Nitratgefährdete Gebiete" an.

Drei Zusatzanforderungen gelten in den Roten Gebieten:

  • Jährliche Untersuchung des im Boden verfügbaren Stickstoffs
    Auf Ackerschlägen muss mindestens eine Nmin oder EUF-Bodenprobe je Kultur, ausgenommen mehrschnittiger Feldfutterbau, gezogen werden. Für weitere Feldstücke im Roten Gebiet kann der im Boden verfügbare Stickstoff mit Hilfe eines Simulationsprogramms (kostenlos zur Verfügung gestellt auf der LfL Homepage ab Januar) ermittelt werden.
  • Jährlich mindestens eine Untersuchung von Wirtschaftsdüngern sowie Gärrückständen
    Vor dem Aufbringen muss eine Untersuchung des mengenmäßig bedeutendsten Wirtschaftsdüngers des Betriebes auf Gesamtstickstoff, Ammoniumstickstoff oder verfügbaren Stickstoff und Gesamtphosphat vorliegen. Das Ergebnis ist für die Düngebedarfsermittlung anzuwenden. Biogasgärreste müssen zu den Hauptausbringzeiten beprobt werden (mind. zwei Mal im Jahr).
  • Größere Gewässerabstände einhalten
    Bei ebenen Flächen erhöht sich der Gewässerabstand von 4 Meter auf 5 Meter. Bei Flächen über 10 % Hangneigung sind 10 Meter statt wie bisher 5 Meter (immer zur Böschungsoberkante) einzuhalten.
Betriebe mit weniger als 15 ha LF müssen auf Flächen im Roten Gebiet den erweiterten Gewässerabstand einhalten. Von den weiteren Auflagen Wirtschaftsdüngeruntersuchung und Bodenstickstoffuntersuchung sind sie befreit.

Weiße Gebiete

Auf Flächen, die in einem Weißen Gebiet liegen, gilt die Düngeverordnung wie bisher.
Es sind u.a. Grüne Flächen, die in Wasserschutzgebieten oder Einzugsgebieten von öffentlichen Wassergewinnungsanlagen liegen. Wurde die Nitratbelastung des Grundwassers mit mehr als 37,5 mg Nitrat/l ohne fallenden Trend gemessen, wird die Fläche als Weißes Gebiet eingestuft.

Grüne Gebiete

Zwei Erleichterungen gelten im Grünen Gebiet:

  • Anhebung der Grenzen für Aufzeichnungspflicht (Düngebedarfsermittlung, Nährstoffvergleich) von 15 auf 30 ha LF unter der Voraussetzung dass
    • jährlich max. 110 kg Gesamt N/ha LF aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft anfallen
    • max. 3 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren angebaut werden
    • keine Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände aufgenommen werden
  • Sechs Monate Gülle-Mindestlagerkapazität für Rinderhaltende Betriebe > 3 GV/ha mit ausreichend Grünland brauchen auch ab 2020 nur 6 Monate Lagerraum nachzuweisen (Berechnung durch Lagerraumprogramm der LfL: https://www.lfl.bayern.de/iab/duengung/032182/index.php).
Etwaige Erleichterungen durch bestimmte KULAP Maßnahmen, die bis jetzt diskutiert wurden, sind noch nicht rechtskräftig. Es steht noch eine Entscheidung der Europäischen Kommission aus.