Rückblick
Organische Nährstoffe gemeinsam besser nutzen

Güllefass mit Schleppschlauchverteiler

© Bernd Günther

Das Fazit vorab: Organische Wirtschaftsdünger sind wertvolle Volldünger! Dies stellte Prof. Dr. Georg Schönberger, N.U. Agrar, bei der Veranstaltung "Organische Nährstoffe gemeinsam besser nutzen!" im November 2019 absolut klar dar.

In seinem Vortrag ging er auf den gezielten Einsatz des Wirtschaftsdüngers in der Bestandesführung sowie der Fruchtfolge ein.

Auf der anderen Seite erschweren neue Vorschriften, ob Dünge- oder Anlagenverordnung, zusehends den Einsatz und die Lagerung von organischen Düngern. Folgende Konsequenzen ergeben sich für die Nutzung organischer Wirtschaftsdünger:

  • Die Zeitfenster für die Ausbringung werden kleiner.
  • Der Lagerraumbedarf erhöht sich.
  • Die Ansprüche an die Technik hinsichtlich Schlagkraft und Verlustminderung, gerade in roten Gebieten!
Gemeinsam genutzte Gülleerdbecken
Im Herbst 2020 werden die bisherigen Läger vor allem im roten Gebiet knapp sein. Ein wichtiger Lösungsansatz dafür könnte die Schaffung gemeinsamer Gülleläger darstellen. Fabian Zipfel, Maschinenring Hofheim stellte das Konzept von gemeinsam genutzten Gülleerdbecken dar. Diese seien eine kostengünstige und verhältnismäßig schnell zu errichtende Lageralternative zu Ortbetonbehältern. Wichtig für die Akzeptanz seien klare, nachvollziehbare Kriterien für den Nährstofftransfer. Mittels NIRS-Sensor würden die Gehalte der eingebrachten Gülle und der zu einem späteren Zeitpunkt entnommenen Mischgülle fair verrechnet. Derzeit seien mehrere Pilotanlagen im südlichen Unterfranken in Planung. Bei Interesse in Ihrer Region ist Fabian Zipfel Ansprechpartner (Rufnummer 09523 5038214).
Praxisberichte
Wichtiges Thema wird in Zukunft die Nährstoffeffizienz sein, welche es zu steigern gilt. Gerade dann, wenn weniger gedüngt werden darf, muss Dünger so effizient wie möglich eingesetzt werden. Dabei können den Landwirt verschiedenste Techniken unterstützen. Dies unterstrichen die einschlägigen Praxisberichte. Zum einen die NIRS-Technik, die Nährstoffe wie Stickstoff direkt am Fass zur Ausbringung misst und den Volumenstrom so steuert, dass nach Kilogramm Stickstoff und nicht mehr pauschal nach Kubikmeter Gülle ausgebracht wird. Aber auch Techniken wie Schleppschuh, Schlitzgerät oder Gülleverschlauchung steigern die Ausnutzung der ausgebrachten Nährstoffe und erlauben es auch noch in späteren Entwicklungsstadien, wirtschaftlich Gülle auszubringen.
Dokumentenservice für Teilnehmer/-innen
Die Vorträge und Präsentationen stehen für die Tagungsteilnehmer bis 27. Januar 2020 zum Nachlesen zur Verfügung, soweit sie uns von den Referentinnen und Referenten überlassen wurden. Die Urheberrechte an den Unterlagen sind zu beachten; sie liegen in der Regel bei den Autoren. Das Passwort lautet: Organisch2019!