Porträt
Interview mit Jakob Schmittfull, Absolvent der Landwirtschaftsschule

An der Landwirtschaftsschule Schweinfurt werden junge Landwirtinnen und Landwirte zum Wirtschafter für Landbau weitergebildet. Der Besuch der Landwirtschaftsschule bietet die besten Voraussetzungen für den späteren Alltag als Betriebsleiter und die landwirtschaftliche Meisterprüfung.

Mann steht neben Lebensmittelregal

Jakob Schmittfull

Mein Name ist Jacob Schmittfull,
ich bin 23 Jahre alt und komme aus Egenhausen, Gemeinde Werneck. Meine Eltern bewirtschaften einen Gemischtbetrieb mit Direktvermarktung. Wir mästen Schweine und Bullen. Für den Hofverkauf gibt es auf unserem Betrieb noch Legehennen, Masthähnchen und Mastenten. Auf dem Acker bauen wir neben dem Futter für die Tiere auch Marktfrüchte und etwas Feldgemüse an. Damit mir nicht „langweilig“ wird, arbeite ich nebenbei noch bei einem Lohnunternehmen.

Unsere Schwerpunkte

  • Anbau von Getreide, Zuckerrüben, Sojabohnen, Kartoffeln und Feldgemüse
  • Schweinemast im Strohstall
  • Bullenmast ab Kalb
  • Legehennen im Mobilstall
  • Mastgeflügel
  • Direktvermarktung
Warum haben Sie sich nach der Lehre für die Landwirtschaftsschule in Schweinfurt entschieden?

Ich wollte mich weiterbilden und gleichzeitig voll im Betrieb involviert bleiben.

Im Verlauf der Landwirtschaftsschule habe ich gemerkt, dass das genau der richtige Weg war! Da ich vor Ort war, konnte ich Ideen und neue Themen, die ich aus der Schule mitgenommen habe, gleich im Betrieb umsetzen. Das wäre so nicht möglich gewesen, wenn ich in Triesdorf den Techniker gemacht oder gar studiert hätte.

Was haben Sie sich vom Besuch der Landwirtschaftsschule erwartet?

  • Ich wollte meinen Horizont fachlich erweitern,
  • neue Kontakte in der Region knüpfen,
  • andere Betriebe und Sichtweisen bzw. Persönlichkeiten kennenlernen.
Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja!

Zum Beispiel habe ich vor der Landwirtschaftsschule zwar gewusst, dass es eine Pansen-Synchronisation gibt, aber mir nie Gedanken darüber gemacht, was das eigentlich bedeutet. Heute weiß ich mehr über die Fütterung meiner Bullen und erkenne mögliche Probleme deutlich schneller. So vermeide ich teure Fehler.

Auf dem Acker möchte ich mit dem Feldgemüse weitere Produkte für unsere Direktvermarktung etablieren. Wegen des geringen Anbauumfangs verfügen wir selbst über keine moderne Aussaattechnik für Karotten. Ein Mitstudierender baut bereits Karotten an und so kann ich dessen Sätechnik nutzen. Ohne Kontakte tut man sich da deutlich schwerer, neue Betriebszweige zu entwickeln.

Durch die vielen Exkursionen und Lehrfahrten lernt man viele neue Betriebszweige und Sichtweisen kennen. Durch die Kombination von Theorie und Praxis wurde ich offener für Neues.

Im Fach Unternehmensführung haben Sie Ihren eigenen Businessplan geschrieben – welche Erkenntnisse waren für Sie am wichtigsten?

Ich habe tiefe Einblicke in unseren Betrieb bekommen und weiß nun, wo das Geld herkommt oder hingeht. Ich habe mich intensiv mit unseren Betriebsunterlagen beschäftigt und konnte jederzeit bei Unklarheiten die Lehrer an der Landwirtschaftsschule fragen. Die Buchführung kann ich nun für die Betriebsentwicklung nutzen.

Wie geht es nun für Sie weiter?

Ich möchte die Ideen aus der Schule, sowie die Ergebnisse und Pläne aus der Wirtschafterarbeit weiterverfolgen.

Mit der Erfahrung von heute – wie würden Sie in die Landwirtschaftsschule starten?

  • Im Voraus mit dem eigenen Betrieb auseinandersetzen – auch mal einen Blick in die Buchführung wagen!
  • Viele Gedanken machen: Was reizt mich? Was will ich persönlich? Wie will ich den Betrieb weiterführen? Will ich Tiere halten? Will ich auf Bio umstellen?
  • Neugierig sein!