Porträt
Interview mit Daniel Doser, Absolvent der Landwirtschaftsschule

Jedes Jahr werden an der Landwirtschaftsschule Schweinfurt gelernte Landwirte zum Wirtschafter für Landbau weitergebildet. Damit werden die jungen Leute zum einen auf die landwirtschaftliche Meisterprüfung und zum anderen auf ihren beruflichen Alltag als Betriebsleiter eines modernen landwirtschaftlichen Betriebes vorbereitet.

Mann steht in einer Maschinenhalle

Daniel Doser

Mein Name ist Daniel Doser,
ich bin 26 Jahre alt, kommunalpolitisch, sowie im Sport- und Musikverein aktiv. Ich bin in der Landwirtschaft „Spätberufener“, ich habe zuerst Krankenpfleger gelernt und in der Pflege gearbeitet. Als der Biohof May nach einem Großbrand neu aufgebaut wurde, habe ich beim Bau mitgeholfen und auch in der Landwirtschaft unterstützt. 2020 habe ich dann das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) absolviert.
Ich arbeite als Angestellter auf dem Biohof May in Junkershausen.

Unsere Schwerpunkte sind

  • Direktvermarktung
  • Zuchtsauen
  • Schweinemast
  • Legehennen
  • Ackerbau
  • Erlebnis Bauernhof für Schulklassen
Herr Doser, wie sind Sie zur Landwirtschaft gekommen?

Eigentlich war ich der Landwirtschaft schon immer sehr verbunden, da mein Opa Landwirt war und ich gerne mit ihm Zeit auf seinem Hof verbrachte. Nach seinem Tod war ich noch zu jung und die Landwirtschaft wurde verpachtet. Meine Mutter hat diese nicht weitergemacht. Aufgrund der Nähe zum Rhönklinikum in Bad Neustadt stand der Pflegeberuf im Raum. Beruflich bin ich also nicht direkt in der Landwirtschaft gelandet.

Warum sind Sie nicht gleich Landwirt geworden, trotz großer Verbundenheit?

Als Landwirt ohne „großen“ Betrieb der Eltern und als Angestellter habe ich mir das damals eher schwierig vorgestellt. Naja, später hat sich der „sanfte“ Einstieg am Betrieb May ergeben.

Was motiviert Sie die Landwirtschaftsschule (LWS) zu besuchen, wenn Sie an ihrem Arbeitsplatz festhalten wollen?

Da ich sehr wissbegierig bin und meine Verdienstmöglichkeiten verbessern wollte, habe ich den Landwirtschaftsmeister angestrebt. Jetzt kann ich auch mehr Verantwortung auf dem Betrieb übernehmen. Unser Ziel ist, dass ich mich intensiv um die Bereiche Ackerbau und Schweinemast kümmern werde.
Außerdem kann ich auch die Azubis betreuen und ordentlich ausbilden, was für mich ein weiterer wichtiger Grund war.

Warum sind Sie nach Schweinfurt an die LWS?

Aufgrund der Nähe zu Schweinfurt konnte ich weiter auf dem Betrieb tätig sein. Ich habe regionale Kontakte geknüpft und außerdem kannte ich die Lehrer bereits durch die BiLa-Kurse. Der Bezug zur Praxis ist außerdem viel besser und man sieht die Zahlen des Betriebs, die bei der täglichen Arbeit nicht sichtbar sind.

Welche Argumente sprechen für den Besuch der LWS Schweinfurt jetzt im Nachhinein?

  • Kurze Anfahrt, dadurch gut mit dem Privatleben vereinbar.
  • Lehrer, die am Puls der Zeit sind.
  • Man kennt sich vor Ort aus (z.B. im Vergleich zur Ökoschule in Landshut).
  • Man sieht auch die konventionelle Schweinehaltung und kann somit das Beste aus zwei Welten mitnehmen.
Welche betrieblichen und persönlichen Entwicklungen haben Sie durch den Besuch der LWS erlangt?

Ich kann jetzt Produktionsverfahren viel besser analysieren. Ich habe jetzt Fachwissen, um als Betriebsleiter zu arbeiten und kann aus dem Kopf entscheiden und muss nicht aus dem Bauch entscheiden.

Sind sie reifer geworden?

Ja da war schon eine Entwicklung! Vor allem durch Fächer wie Rhetorik. Wie gehe ich auf Geschäftskunden zu, wie auf meinen Bankberater. Ich habe mein Wissen in Betriebswirtschaft, sowie der Produktionstechnik verbessert. Die Praxiswochen mit dem Geflügelkurs waren für mich besonders hilfreich.

Was sind aktuell Ihre Pläne im Anschluss an die LWS?

Ich werde jetzt erstmal Biobotschafter und arbeite weiter auf dem Betrieb May. Ich möchte nochmal ins Ausland. Wahrscheinlich im Winter nach Neuseeland.

Herr Doser, vielen Dank für das Interview.