Tschechien, Polen und Sachsen
Lehrfahrt der Landwirtschaftsschule Schweinfurt im Frühjahr 2026
von den Studierenden der Landwirtschaftsschule

2.000 km, drei Länder, landwirtschaftliche Betriebe, Kultur und noch mehr, hatte unsere Lehrfahrt zu bieten:

Wir starteten in Richtung Prag. Kurz nach der tschechischen Grenze besichtigten wir den Betrieb von Roman Gernet. Er bewirtschaftet dort rund 3.000 ha Ackerland, in einer Höhenlage von 460 bis 500 Metern. Seit 29 Jahren arbeitet er pfluglos, und setzt dabei gezielt auf gebrauchte Technik. Den Abend verbrachten wir, nach einer Stadtführung bei Sonnenuntergang, im wunderschönen Prag.

Am nächsten Morgen führte uns unser Weg auf einem kleinen Umweg zum Ackerbaubetrieb der Familie Schmailzl in Südmähren. Der Betrieb umfasst rund 3.000 Hektar Schwarzerdeböden mit Bonitäten von 60 bis 80 Bodenpunkten. Insgesamt stehen rund 20.000 Tonnen Lagerkapazität für Getreide, Mais, Sonnenblumen, Erbsen, Bohnen und Mohn zur Verfügung. Während unseres Besuches befanden sich weitere Siloanlagen im Bau. Der Abend stand den Studierenden im lebendigen Krakau zur freien Verfügung.

Nach der Stadtbesichtigung am Morgen des dritten Reisetages fuhren wir zum Ackerbaubetrieb Hartl. Auf rund 6800 ha wirtschaftet der Betrieb mit modernster Großtechnik. Der Schwerpunkt liegt auf Körnermais-, Weizen- und Rapsanbau. Um Preisflauten zu überbrücken, möchte der Betrieb zukünftig drei Ernten lagern können. Eine Stadtführung in Breslau – spürbar geprägt vom wirtschaftlichen Aufschwung, rundete den Tag ab.

Auf dem Weg Richtung Westen legten wir einen Stopp beim Ackerbaubetrieb von Herrn Gillmaier ein. Der Niederbayer hat zusammen mit seiner Frau einen Betrieb mit rund 2.000 ha aufgebaut. Angebaut werden Mais, Weizen und Zuckerrüben. Für Südzucker werden zusätzlich im Lohn Rüben gerodet und verladen. Herr Gillmaier sprach nicht nur über seine Erfolge, sondern auch sehr offen über Rückschläge und den Gegenwind, der ihm beim Aufbau seines Betriebes, begegnet ist. Nach einem weiteren Kulturstopp an der Friedenskirche in Jawor ging es für uns zurück nach Deutschland. Wir besichtigten Görlitz und zum Abschluss des Tages die Pfaffendorf Agrar, welche heute im Besitz von Thomas Kühn ist. Er nutzte vor 10 Jahren die Chance, übernahm eine insolvente Agrargenossenschaft, und bewirtschaftet mittlerweile 900 ha, davon 150 ha Grünland die durch Färsenmast und Mutterkuhhaltung verwertet werden.

Auf dem Rückweg nach Schweinfurt besuchten wir die Bastei in der Sächsischen Schweiz und im Anschluss die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg. Vorstandsvorsitzender Marcus Glitz gab Einblicke in den Betrieb, sowie die Geschichte der Agrargenossenschaft mit einer Flächenausstattung von 3.600 Hektar, mehreren Biogasanlagen und 650 Milchkühen. In Zusammenhang mit technischen Innovationen erregt der Betrieb regelmäßig Aufmerksamkeit in Fachzeitschriften.

Aktuelle Herausforderungen, historische Chancen und die Ergebnisse von 30 Jahren erfolgreicher Betriebsentwicklung waren die großen Themen unserer Lehrfahrt. Eine beeindruckende Reise, die Lust auf zukünftige Lehrfahrten und neue Ziele macht.