Artenvielfalt fördern
Wildlebensraum-Modellgebiet wächst in Schonungen

Feldhase, Biene und Rebhuhn sind wichtige Bewohner unserer Kulturlandschaft. Im neuen Modellgebiet setzen sich Landwirte, Jäger, Naturschützer, Gartenbauverein und die Gemeinde Schonungen gemeinschaftlich für die regionale Artenvielfalt ein.

Ziel im Modellgebiet ist es, Lebensräume in der Feldflur zu schaffen und die Vernetzung in der landwirtschaftlichen Fläche zu erreichen. Von einer Vielzahl an unterschiedlichen Lebensräumen profitiert eine vielfältige Tierwelt. Großflächige Blühflächen, Brachen, Ackerrandstreifen, Hecken und Graswege sollen Sommer wie auch im Winter als abwechslungsreiche Lebensräume für die Natur zur Verfügung stehen.
Die Vernetzung dieser neu geschaffenen Biotopflächen ist die höchste Form der Lebensraumverbesserung und entsteht am Schonunger Galgenberg.

Die allgemeinen Maßnahmen der Wildlebensraumberatung stützen sich auf drei Säulen:

  • nicht förderfähige bzw. freiwillige Maßnahmen
  • Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm
  • Greening (Stilllegungspflicht für konventionelle Betriebe)
eine Mohnblüte auf Handrücken liegend

"Es ist großartig, wie begeistert die Einwohner in Schonungen sind, wenn es um die Natur geht. Kein Einziger war dem Projekt Modellgebiet gegenüber negativ eingestellt oder zweifelte an der Sinnhaftigkeit. Im Gegenteil, Landwirte aus den angrenzenden Ortschaften und die Gemeinde wollen mit ihren Flächen mitmachen – auch wenn es um die Arbeit geht."
Daniel Endres, Wildlebensraumberater am Amt, über den Aufbau des Modellgebietes seit 2021

Projekt Schonungen

In Schonungen wurden freiwillige Maßnahmen schon umgesetzt

Ein Bewirtschafter legte bereits in der Vergangenheit Blühstreifen an. Dabei verzichtet der Landwirt bewusst auf den Ertrag dieser Flächen und das damit verbundene Einkommen. Er möchte mit der Ansaat den Kindern vom anliegenden Waldkindergarten das Lebendige der Blühflächen näherbringen. Es brummt und summt am Wegesrand und bunte Schmetterlinge tanzen, wenn die Kinder täglich in den Wald marschieren. Zudem bietet das grüne Band einen Sicherheitsabstand zwischen dem Weg und dem mit großen Maschinen bewirtschafteten Acker. Über den Winter bleiben die teilweise abgestorbenen Pflanzen stehen und bieten Insekten und Tieren ein Rückzugsgebiet bzw. Futter. Um dies zu ermöglichen, war ein Ausnahmeantrag des Wildlebensraumberaters von der jährlichen Mulch- und Mähverpflichtung nötig.

Bereitstellung über das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)

Ein Biobetrieb ist auf mehreren Feldstücken über das KULAP aktiv. Das KULAP wurde geschaffen, um die Kosten einer aufwändigeren Bewirtschaftung und eventuelle Ertragseinbußen zum Wohle der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft auszugleichen. In Zusammenarbeit mit dem Schonunger Gartenbauverein werden zum Beispiel artenreiche Streuobstflächen geschaffen und durch fachgerechte Pflege erhalten. Auf ausgewählten Äckern legte der Landwirt tier- und insektenfreundliche Lebensräume als mehrjährige Blühflächen an. Diese Blühflächen stehen der Natur mindestens 5 Jahre lang das ganze Jahr über zur Verfügung. In Verbindung mit artenreichen Grünlandbeständen und Streuobstwiesen finden Feldhasen, Vögel und blütenbestäubende Insekten das ganze Jahr einen sicheren Lebensraum.

Greening im Modellgebiet

Das Greening der EU-Agrarpolitik verpflichtet konventionelle arbeitende Landwirte ab 15 ha mindestens 5 % ihrer Ackerfläche als so genannte ökologische Vorrangfläche (ÖVF) beispielsweise als Stilllegung bereitzustellen. Im Modellgebiet gibt es bereits ÖVF-Flächen. Eine Stilllegungsfläche grenzt an zwei bewaldeten Gräben und bildet nochmal eine Pufferzone zu den für die Ernährung bewirtschafteten Äckern. Derzeit laufen Planungen, wie eine gezielte Begrünung die Fläche noch wertvoller für die Biodiversität machen könnte.

Freiwillige Blühschneise

Freiwillige Blühschneise

Wiesenblumen

Wildlebensraum

KULAP Blühfläche

KULAP-Blühfläche

KULAP Streuobstwiese

KULAP-Streuobstwiese

Wiesenblumen

Wildlebensraum

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Ansprechpartner

Daniel Endres
AELF Schweinfurt
Ignaz-Schön-Straße 30
97421 Schweinfurt
Telefon: 09721 8087-1230
Fax: 09721 8087-1555
E-Mail: poststelle@aelf-sw.bayern.de

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