Informationen zum Borkenkäfer und zur Bekämpfung

Bohrmehl auf der Rinde eines Baumstamms

Woran erkennen Sie frischen Käferbefall?
Wann muss aufgearbeitet werden?

Diese und viele weitere Fragen beantwortet diese Seite nicht nur anhand von Texten und Bildern, sondern auch mit Videos. Darüber hinaus sind für Sie die wichtigsten Fakten zur Förderung im Rahmen der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung zusammengefasst.

Juni 2022
Aktuelles Geschehen in Bayern

Altkäfer legen Geschwisterbrut an
Die erste Borkenkäfergeneration konnte sich recht rasch entwickeln aufgrund der warmen Witterung. Inzwischen schwärmen die Altkäfer bei trockener Witterung ein zweites Mal aus, nachdem die erste Eiablage erfolgt ist. Dies führt aktuell zu frischem Stehendbefall in den Wäldern.
Jungkäfer schwärmen etwa ab Mitte Juni
Die erste Borkenkäfergeneration befindet sich derzeit noch überwiegend im Puppenstadium. Es wird damit gerechnet, dass es Mitte Juni zu konzentriertem Schwärmflug der ersten Jungkäfergeneration kommt.

Handlungsempfehlungen

Alle Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind dringend angehalten, Ihre Waldstücke konsequent auf Befall zu kontrollieren und nach vorhandenem Bohrmehl zu suchen.
Ihr Einsatz ist derzeit am Wirkungsvollsten, wenn Sie weiterhin regelmäßig nach Bohrmehl suchen, auch innerhalb Ihrer Bestände. Nutzen Sie trockene Tage zum Suchen.
Es ist für den weiteren Verlauf enorm wichtig, die frisch vom Borkenkäfer befallenen Bäume zeitnah zu finden und waldschutzwirksam aufzuarbeiten. Befallenes Holz muss unverzüglich aufgearbeitet und abgefahren werden.

Kontrollieren Sie Ihre Wälder: Gehen Sie auf Bohrmehlsuche!

Frischer Borkenkäferbefall lässt sich am Bohrmehl auf Rinde sowie am Stammfuß der Fichten gut erkennen.
Auch auf umliegendem Bewuchs findet sich das Bohrmehl, z. B. auf den Blättern von am Stamm wachsenden Pflanzen gut sichtbar.
Wie erkennt man frischen Borkenkäferbefall? Wie sieht Bohrmehl aus? Wo beginne ich die Suche nach Bohrmehl?
Bohrmehlsuche: Frischen Befall im Bestand finden
Buchdruckerbefall lässt sich bereits sehr früh am Auswurf des braunen Bohrmehls erkennen. Dieses sammelt sich am Stammfuß, in Rindenschuppen, Spinnweben und auf der Bodenvegetation. Die Einbohrlöcher des Buchdruckers liegen dabei in der Regel zwischen Rindenschuppen.
Da gut sichtbares Bohrmehl nur bei der Anlage von Rammelkammer und Muttergang entsteht, also zu Beginn des Befalls kurz nach dem Einbohren der Käfer, ist es wichtig, jetzt auf Befall zu kontrollieren. Ist die Eiablage beendet, entsteht kein frisches Bohrmehl mehr.
Wo beginnt man mit der Suche?
Beginnend an sonnigen Südrändern, Ost- und Westrändern der Bestände und im Randbereich letztjähriger Käferlöcher sollte die Suche gestartet werden.
Weitere Befallsmerkmale suchen: Bäume mit fahlgrüner-rotstichiger Krone und starkem Harzfluss
Suchen Sie in Ihren Wäldern auch nach fahlgrün-rotstichigen Fichtenkronen, die bereits einen Befall in der Krone anzeigen. Starker Harzfluss am Kronenansatz weist ebenfalls auf Befall durch Borkenkäfer hin, besonders wenn Fichten durch vermehrten Regen (noch) gut mit Wasser versorgt sind.
Zusätzlich wichtig: Kontrolle liegender Hölzer
Holzpolter im Wald.Zoombild vorhanden

Foto: Stefan Huber

In der Rinde von liegenden Hölzern ist die Entwicklung der Jungkäfer am weitesten fortgeschritten. Liegendes Holz findet man als Holzpolter an der Forststraße oder als noch verbliebenes Sturmholz innerhalb von Beständen. Dies sollte dringlich aufgearbeitet und abgefahren werden. Nur wenn keine andere Möglichkeit besteht, ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln möglich, z. B. die Behandlung von Holzpoltern.
Wie wird Schadholz aufgearbeitet, besonders nach Windwurf?
Durch Sturm umgefallene Fichten am WaldrandZoombild vorhanden

© Boris Mittermeier

Schadholz im Wald bietet Brutraum für Borkenkäfer
Durch die Stürme im Februar ist bereits an vielen Stellen im Wald frisches Schadholz vorhanden. Besonders dieses Holz bietet beste Brutmöglichkeiten für Borkenkäfer und kann derzeit mit dem beginnenden Schwärmflug der Käfer leicht Stehendbefall im angrenzenden Bestand verursachen.
Kontrolle Ihrer Waldflächen
Kontrollieren Sie Ihren Wald genau, um frisch befallene Stämme und noch nicht aufgearbeitete Windwürfe zu finden, weil sich besonders dort Borkenkäfer zuerst Brutraum suchen. Denken Sie weiterhin daran, auch nach Überwinterungsbäumen mit abfallender Rinde zu suchen. Diese erkennt man am grünen Nadelteppich auf dem Boden, Harzfluss am Stamm und Ein- und Ausbohrlöchern auf der Rinde.
Erste kleine, dann größere Windwürfe bearbeiten
Arbeiten Sie zuerst kleinere Schadflächen oder Einzelbäumen auf, damit der Befall von dort aus nicht auf benachbarte Fichten übergreifen kann.
Erst wenn diese aufgearbeitet sind, arbeiten Sie Fichten der flächigen Sturmwürfe auf. Baumkronen und Resthölzer aus der Aufarbeitung müssen aus dem Wald gebracht oder zeitnah gehackt werden.
Sicherheit beim Arbeiten hat Vorrang
Die Aufarbeitung von Sturmholz ist gefährlich. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die keine Erfahrung im Umgang mit Sturmholz haben, sollten auf die Hilfe von professionellen Forstunternehmern zurückgreifen. Wenden Sie sich an Ihre Waldbesitzervereinigung (WBV) oder Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) und das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Hier bekommen Sie Hilfe und Unterstützung. Tragen Sie Ihre persönliche Schutzausrüstung, prüfen Sie Ihre Geräte und gehen Sie nicht allein in den Wald.

Weitere Informationen

Einen detaillierten Einblick in das aktuelle Geschehen, weitere Informationen zur Aufarbeitung von Sturm- bzw. Schadholz aus dem letzten Jahr sowie zur generellen Bekämpfung von Borkenkäfern finden Sie unter folgenden Links:

Praxishilfe als Unterstützung beim Erkennen von Borkenkäferbefall und Einschätzen des Handlungsbedarfs
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hat dazu eine Praxishilfe veröffentlicht, wann wie schnell gehandelt werden muss. Sie können die Broschüre auf den Seiten der LWF herunterladen oder als gedruckte Broschüre bestellen.

Häufige Fragen rund um das Thema "Borkenkäfer"
Manche Themen sind wirklich nicht neu, zum Beispiel die Borkenkäfer an Fichte. Das heißt aber nicht zwingend, dass man schon alles zu dem Thema weiß. Oder man hat nur noch eine Ahnung von den Zusammenhängen, weiß aber nicht, wo man es nachlesen kann. Die Abteilung Waldschutz der LWF hat daher das Wissen zu den häufigsten Fragen rund um die Biologie und die Bekämpfung von Buchdrucker und Kupferstecher zusammengestellt: Wie ist das mit den Geschwisterbruten? Welchen Einfluss haben Licht und Temperatur auf das Befallsgeschehen? Welche Einbohrlöcher sind vom Buchdrucker – und welche nicht? Ist das Kleinschneiden von befallenem Holz eine wirksame Bekämpfungsmethode? …

Wie Sie Käferbefall erkennen und was Sie bei der Aufarbeitung beachten sollten, sehen Sie in den beiden Video-Tutorials und der Bildergalerie.
Die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wird finanziell vom Staat gefördert. Für eine kostenlose Beratung stehen Ihnen Ihr Revierförster oder unsere Fachkräfte für Borkenkäfer gerne zur Verfügung.